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Hinter den Kulissen

Meine Erfahrungen mit der Bloggerwelt

 

Ja, die liebe Bloggerwelt, was soll ich sagen, ist manchmal etwas anstrengend.
Ich gehöre jetzt seit ungefähr 1,5 Jahren auch dazu, und was ich schon alles erlebt habe, fasse ich hier jetzt kurz einmal zusammen.

Eigentlich dachte ich immer, wir sind eine große Gemeinschaft, die sich auch in schwierigen Zeiten unter die Arme greift. Dem ist leider nicht so. Schade eigentlich. Warum ist das so?

Wo fange ich mal an? Hmm, mal sehen. Vielleicht in den kürzlich zugetragenen Ereignis, welches doch öfter mal vorkommt. Der Pseudo-Ideenklau unter Bloggern. Ich weiß, ich hab nach diesem Artikel weniger Freunde und auch wahrscheinlich Follower, aber ich muss das mal sagen. Ihr alle erfindet das Rad nicht neu, wie einige ja schon feststellten. Kann man sich also nicht freuen, wenn man eine Idee hatte und diese dann recht schnell umgesetzt wird? Muss man tatsächlich darüber über Tage debattieren, wer nun zu erst kam? Dann sind wir wahrscheinlich bei der allgemeinen Grundsatzdiskussion, war die Henne oder das Ei zuerst. Ich rede hier jetzt nicht vom Klauen des Blogdesigns oder wie ich die Gewinnspielregeln festlege. Das gehört sich nicht. Aber wenn es eine Gemeinschaft betrifft, dass alle zum Beispiel einen ganzen Tag zusammen lesen wollen oder wie eine Challenge aufgebaut ist, dann kann es doch nur recht sein, wenn dann einer die Initiative ergreift und einfach macht. Muss man hinterher noch Tage darüber diskutieren, wer die Idee hatte? Kann man dann nicht, wenn es nun schon passiert ist, einfach zusammenarbeiten oder sonst sein eigenes Ding durchführen? Nein, man muss es anscheinend öffentlich austragen und Leute, die damit nichts zu tun haben, mischen sich dann auch immer ein und wärmen alles neu auf. Ich kann ja verstehen, das man sich vielleicht betrogen fühlt, das Kindergartenverhalten, versteh ich dabei allerdings nicht.

Genauso wenig verstehe ich, warum man dem anderen nichts gönnen kann. Muss man immer gegeneinander arbeiten? Müssen immer irgendwelche Gerüchte in Umlauf gebracht werden, um dem einen zu schaden? Dieses ganze Gelästere geht einen schon ziemlich auf dem Keks. Ich dachte immer, wir sind so etwas wie eine große Familie. Ok, wer meine Familie kennt, wünscht sich das nicht, aber ich dachte, wir wollen uns trotzdem gegenseitig helfen und nicht hinterrücks lästern und irgendwelche Intrigen vorbereiten, damit auf jeden Fall ein weiteres Leben zerstört wurde. Und warum das Ganze? Ist es Neid? Helft mir doch so etwas zu verstehen. Können wir nicht zusammenarbeiten?

Zum Thema Zusammenarbeit hab ich dann noch ein gutes Beispiel. Ich veranstalte ja viele Blogtouren und es wundert mich doch immer wieder (und ich spreche hier jetzt keinen speziell an, sondern halte mich allgemein) warum man einfache Anweisungen und Bitten nicht erfüllen kann. Die Beiträge werden dann nicht rechtzeitig fertig oder sind nicht so strukturiert wie man es besprochen hat. Ehrlich gesagt, nervt so etwas immer ein wenig. Wenn ihr keine Zeit oder Lust dazu habt, dann macht doch nicht mit. Geht es euch nur um das Gratisbuch? Wenn euch zwischenzeitlich etwas dazwischen kommt, dann sagt das doch einfach. Nichts ist schlimmer, wenn man sich nicht auf die Leute verlassen kann. Ich weiß, ein Blog betreiben ist ein Hobby und man hat auch noch andere Sachen zu tun. Das kann ich alles sehr gut verstehen, aber auch ich hab eine Menge nebenbei zu tun und der Blog ist nicht mein Beruf, sondern nur Hobby, aber wenn ich sage, ich mache irgendwo mit, dann klappt das dann auch. Man kann in der Regel auch gut mit mir reden und eine Lösung ist meistens schnell gefunden, dazu müsste ich aber wissen, dass es ein Problem. Also redet mit mir. Es macht für mich auch keinen Spaß, immer hinter euch her zu rennen. Vielleicht bin ich da auch etwas zu anspruchsvoll. Es ist schade, dass einem so die Freude an den Blogtouren genommen wird. Keiner ist perfekt und das verlangt auch keiner, nur wenn etwas geplant ist, und ich mache die Blogtouren in der Regel nicht über Nacht, dann ist es schon nett, wenn man sich darauf konzentrieren könnte. Meistens geht ja auch alles gut, aber es ist sehr anstrengend für die Organisation, dass alles reibungslos abläuft, wenn nicht alle an einem Strang ziehen.

Ich komme noch einmal auf die Gratisbücher zu sprechen. Als ich mit meinem Blog angefangen habe, wusste ich nicht einmal, dass man beim Verlag oder dem/die Autor/in anfragen kann, ob man das Buch gratis lesen könnte. Für mich war klar, dass ich einfach die Bücher rezensiere, die ich mir kaufte oder geschenkt bekommen habe. Ich frage auch bis heute nicht (Ausnahme ist da dotbooks, da ich von denen E-Mails bekomme und ich mir da die Bücher aussuchen kann. Aber auch das hab ich bis heute nicht gemacht, da ich im Moment echt sehr viel zum lesen habe.) bei den Verlagen nach, ob ich ein Lese- oder Rezensionsexemplar bekommen kann. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, ändert sich das vielleicht. Bisher wurde aber immer ich gefragt, ob ich ein bestimmtes Buch lesen möchte. Wie gesagt, zurzeit muss ich leider alle Anfragen an mich vertrösten, da ich auch keinen lange warten lassen möchte.
So bin ich, aber ich habe jetzt schon sehr häufig erlebt, dass es einige Blogger gibt, die daraus einen regelrechten Sport machen. Ein gutes Beispiel war die Frankfurter Buchmesse 2012. Es gab sehr viele Berichte darüber, wie die Blogger (nicht alle. Ich will hier nicht alle über einen Kamm scheren) sich nicht schämten mit 30 oder mehr Rezensionsexemplaren und dazugehörigen Handgepäckskoffer, die Messe zu verlassen. Wann lest ihr das denn eigentlich alles? Das finde ich persönlich ja noch nicht das Schlimmste, was meine „Kollegen“ da so machen. Aber müsst ihr das dann auch noch verkaufen? Da wird dann einfach die erste Seite des Buches, auf der LESEEXEMPLAR steht aus dem Buch entfernt (mal davon abgesehen, dass man keine Seiten aus Büchern reißt) und zum Verkauf angeboten. Manchmal auch schon vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin. Die Verlage sind meistens so nett und schicken einem das Buch schon vor Veröffentlichung. Das Gleiche gilt dann natürlich auch für die eBooks. Hier verhält sich das allerdings so, dass die nicht verkauft, sondern auf Piratendownloadseiten geladen werden, damit alle ein kostenfreies Exemplar bekommen können. Habt ihr dabei auch mal an die Autoren gedacht, deren Lebensunterhalt aus dem Verkauf der Bücher besteht? Was habt ihr denn davon? Und wem kann man jetzt noch trauen? Ist euch überhaupt klar, dass ihr damit auch anderen schadet? Irgendwann vergeben die Verlage deswegen keine Rezension- und Leseexemplare mehr. Ich dachte immer, es gibt so etwas wie einen Ehrenkodex unter Bloggern. Hab ich mich wohl getäuscht.

Zum Thema Ehrenkodex gibt es noch eine Geschichte. Ich glaub allerdings, es ist seither nicht mehr vorgekommen.
Wenn man einen Blog betreibt, dann muss man schon den Inhalt selber füllen. Es kann doch nicht sein, dass andere die Arbeit haben und diese dann einfach geklaut wird, um sie auf dem eigenen Blog zu veröffentlichen. Wenn ihr keine Zeit dafür hab eigene Sachen zu schreiben, dann solltet ihr überlegen, ob es überhaupt das richtige Hobby für euch ist. Aber ihr müsst auch zum Beispiel nicht jeden Tag etwas schreiben. Eure Leser hauen schon nicht so schnell ab. Und wenn doch, dann soll es eben so sein. Bloggen ist immer noch ein Hobby und es soll euch nicht kaputt machen.

Die Blogger sind aber nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite gibt es die Autoren, mit denen ich auch so meine Erfahrungen gemacht habe. Nicht nur Blogger unter einander machen sich gegenseitig fertig, die Autoren können das auch sehr gut. Sei es jetzt gegen andere Autoren oder die Blogger. Was haben euch die Blogger denn getan? Ok, wie oben beschrieben, gibt es auch bei uns schwarze Schafe, aber das sind wirklich nur wenige, auch wenn sich das oben jetzt anders anhört.

Wenn wir schon ein Buch von einen Autor bewerten sollen, dann lasst uns das auch tun. Es hilft keinem, wenn der Blogger hinterher aufs übelste beleidigt und beschimpft, sogar regelrecht gemobbt wird. Ihr könnt nicht von dem Blogger verlangen, dass nur positiv rezensiert wird. Ok, ihr könnt darauf bestehen, dass in der Rezension nicht beleidigt und auch auf das Buch bezogen wird. Aber eine Rezension ist eine Meinung und keine Bezahlung für das zur Verfügung gestellte Buch!

Es gab da gerade einen Fall (und das „lustige“ ist, ich schrieb in meinen Notizen: ‚kam jetzt länger nicht vor‘), in dem ein/e Autor/in dem/der Blogger/in mit juristischen Schritten gedroht hat, weil die betreffende Person höflich die Annahme des Buches absagte, da keine Zeit vorhanden war. Sag mir mal liebe/r Autor/in, was soll das? Warum muss man so etwas machen? Wie gesagt, wir machen das als Hobby und da es mittlerweile so viele Bücher gibt, die einfach schlecht sind (und ich meine hier nicht nur die Self Publisher, wobei die das doppelt schwer haben), dass man als Blogger auch mal abwägen muss, möchte ich das Buch überhaupt lesen und hab ich da Zeit für, passt es zu meinem Blog und so weiter.

Das ist übrigens noch so ein Punkt, der etwas nervig ist. Dieses ewigen Standard Mails in dem nicht mal der Name genannt wird, geschweige denn darauf geachtet wird, ob das Genre wirklich zu dem Blog passt. Das Skurrile dabei ist, wenn sich dann der/die Autor/in hinter beklagt, dass die Rezension nicht positiv ausfällt, da das Buch nicht so richtig der Geschmack von dem Blogger war. Dann werden die auch gerne mal ausfallend und ziehen den Blogger in aller Öffentlichkeit herunter. Warum wundert ihr euch dann eigentlich, dass keiner eure Bücher lesen möchte? Oder dass sich darüber dann ausgetauscht wird und hinterher heißt es dann, ach das war ja nur ein Werbegag. Ernsthaft? Glaubt ihr tatsächlich, wir sind so dämlich, dass wir alles mit uns machen lassen. Auch wir haben Gefühle.

Jetzt kommt noch etwas, dass ich nicht beweisen kann, aber schon viel davon hörte, dass ich es nicht einfach ignorieren kann. Vorweg genommen, ich verstehe euch Autoren manchmal echt nicht. Es geht um einen gewissen Rang bei einem gewissen Internetshop. Auch ohne das ich den Namen jetzt nenne, sollte allen klar sein, was ich meine. Warum müssen sich denn Autoren gegenseitig bewerten und „verlangen“ das dann auch im Gegenzug von dem bewerteten Autor. Ich hätte nichts dagegen, wenn es nicht absichtlich nichts sagende aber mit voller Punktzahl vergebene Rezensionen wären. Denkt ihr eigentlich die Leser sind blöde? Nur damit ihr einen besseren Rang bekommt? Was bringt euch das denn? Ok, ich weiß was euch das bringt, aber muss das sein? So etwas könnte man auch unlauteren Wettbewerb nennen. Schade, dass euch eure Leser so wenig Wert sind. Ach und wenn euch der eine Autor nicht passt, dann wird der nur noch mies bewertet und gemobbt. Richtig fair das alles. Schön dass ihr alle etwas verkaufen wollt, aber muss das immer auf Kosten von anderen passieren.

Genauso schlimm finde ich das Bewertungsystem dieser Plattform. Da kann man anklicken, ob eine Rezension „gut“ oder „schlecht“ war. Eigentlich ja ein Widerspruch in sich. Eine Rezension ist eine Meinung und die kann man bekanntlich nicht bewerten oder besser sollte man nicht. Dazu kommt noch, dass es einen schon sehr frustriert, wenn man eine kritische Rezension verfasst und diese dann als „schlecht“ bezeichnet wird, weil sie nicht ins Schema F passt oder eben eine andere Meinung widerspiegelt. Aber auch positive Rezensionen werden „schlecht“ gemacht. Warum die dann aber schlecht sein sollen, hab ich noch nicht verstanden. Es ist natürlich möglich, dass man einfach dem Rezensent oder dem Autor schaden möchte. Ganz schon unfair das Ganze. Ok, ich gebe zu es gibt auch positive Rezensionen, in denen aber nichts steht. Da schreibt doch tatsächlich einer,’das Buch ist toll, bla bla bla…‘. Äh hallo! Das nützt auch keinem, nur damit der Rang dann stimmt. Mal davon abgesehen, dass das eh nichts bringt.

Bisher bin ich weitestgehend von den ganzen Sachen verschont geblieben. Nach diesem Artikel wahrscheinlich nicht mehr, aber das musste mal gesagt werden. Mein größtes Problem ist, dass ich es nicht leiden kann, wenn man andere ohne Grund und nur des eigenen Vorteils wegen, fertig macht und beleidigt. Im Grunde ist es nichts anderes als virtuelles Mobbing und Mobbing geht bekanntlich meistens nicht sehr gut aus. Ich wollte nur mal wieder auf die ganzen komischen Sachen der Bloggerwelt hinweisen, da sie mir ziemlich auf dem Senkel gehen und ich den Spaß am bloggen so etwas verliere. Auf wen kann ich mich noch verlassen? Wer sind hier meine wirklichen Freunde? Warum können wir nicht alle zusammenarbeiten und uns gegenseitig helfen? Müssen wir uns immer gegenseitig fertig machen?

Bitte seid so gut und haltet es weiterhin anonym, auch wenn ihr euch angesprochen fühlt. Es hat durchaus einen Grund, warum ich keine Namen nenne. Das eben beschriebene sind nur Beispiele, die sich teilweise kürzlich ereigneten und mir dadurch noch gut im Gedächtnis sind. Es geht hier auch nicht um irgendwelche Beschuldigungen, sondern um eine Feststellung, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Es handelt sich auch nicht um die gesamte Bloggerwelt, sondern viel mehr um die schwarzen Schafe, die mich zugegebener Maßen, ziemlich ärgern. Es ist ein reiner Erfahrungsbericht, obwohl ich auch zugeben muss, dass ich von Autoren oder Bloggern noch nicht beschimpft wurde. Aber ich halte mich auch relativ oft aus solchen Streitigkeiten heraus. Meistens stellt sich heraus, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Reden hilft da manchmal. :-)

Mel

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