Leseprobe; Im Bann der Ringe

Zettelbotschaft

Als Cat am nächsten Morgen an den parkenden Autos vorbei fuhr, suchte ihr Blick automatisch nach seinem Auto. Es stand nicht da. Zumindest nicht auf seinem angestammten Platz. Sie parkte den Chevy, schloss ab und überquerte mit Ann zusammen enttäuscht den Campus. Nachdem Ric und Dionne gestern einfach abgehauen waren, hatte sie gehofft, dass er heute ganz normal zum Unterricht kommen würde. Einen Tag blaumachen sollte ja wohl reichen.
Jayden und Dionne waren schon da, Ric nicht. Abwartend hielt sie die ganze Zeit den Blick auf die Tür gerichtet, bis es zur Stunde läutete, Mr. Hoops eintrat und den Unterricht für eröffnet erklärte. Ric kam nicht.
„Was ist mit Ric? Ist er krank?“, fragte Ann Dionne, als sie in der Mittagspause draußen saßen.
„Woher soll ich das wissen?“, gab die patzig zurück.
„Weil du es warst, die sich gestern mit ihm aus dem Staub gemacht hat vielleicht?“ Ann war im ersten Moment sichtlich erschrocken darüber, wie Dionne sich im Ton vergriff, konterte aber, so gut es ging.
„Na und? Was geht dich das an?“ Dionne sah Ann böse an. Ann war sprachlos, so angefahren zu werden. Cat kam ihr zur Hilfe.
„Hallo? Was ist denn mit dir los?“
„Und mit dir? Willst ihn wohl für dich, was? Aber eins sag ich dir: Das kannst du dir abschminken! Lass die Finger von ihm, sonst …“ Dionne stand auf, griff nach ihrem Tablett und ließ den Satz unvollendet.
„Sonst was?“, fragte Cat unbeeindruckt. Sie war eher verwirrt. Was war mit ihrer Freundin los?
„Das willst du nicht wissen! Aber lass es nicht darauf ankommen!“ Das war ihr letztes Wort, bevor sie sich nach einem eiskalten Blick einfach umdrehte und zwei Tische weiter zog. Dorthin, wo ihre Cheerleader-Freundinnen saßen, die sogleich enger zusammenrutschten, damit sie noch Platz an ihrem Tisch fand. Tiffany war allerdings noch nicht wieder dabei. Mit großer Wahrscheinlichkeit würde sie auch nicht mehr dort aufgenommen werden. Aber wie es aussah, sollte Dionne jetzt ihren Platz einnehmen. Denn mit ihrem Verhalten befand sie sich gefährlich nahe an Tiffanys.
Ann und Cat sahen ihr sprachlos nach. „Was war das denn, bitteschön? Spinnt die?“, brachte Ann heraus, als sie endlich ihre Sprache wiedergefunden hatte.
„Ich habe keine Ahnung, was in sie gefahren ist. Keinen blassen Schimmer. Aber – das war nicht Dionne.“
„Wie meinst du das?“ Ann zog die Stirn kraus.
„Irgendwas ist in sie gefahren. Aber was? Es muss irgendwas passiert sein, was ihr Verhalten ausgelöst hat, verstehst du? Es muss irgendwas mit Ric zu tun haben. Sonst wäre er doch hier, oder was meinst du?“
„Kann schon sein, aber was zum Teufel hat er dann mit ihr gemacht? Oder besser – was hat er nicht gemacht? Warum droht sie dir? So aus heiterem Himmel? Wie eine Furie? Ich hab gedacht, sie springt dich jeden Moment an.“ Ann schüttelte sich. „Sie sah echt wild aus.“
„Ja, das hat mich auch erschreckt. Obwohl ich ihr nicht abnehme, dass sie mir was tun würde. Hallo? Wir sind seit ewigen Zeiten befreundet. Warum sollte sie so was tun?“
„Keine Ahnung. Hat sie vielleicht rausgefunden, dass Ric und du … dass ihr euch geküsst habt? Vielleicht ist sie deshalb so ausgerastet?“
„Puh … Meinst du, das war reine Eifersucht? Auf mich? So ein Quatsch!“
„Cat, frag mich nicht. Ich bin genauso ratlos wie du.“
„Das glaube ich. Aber was mich noch viel mehr interessieren würde: Wo ist Ric? Warum weiß sie nicht, wo er steckt?“
„Vielleicht weiß sie´s ja und sagt es nur nicht?“
„Und warum? Ah, okay. Verstehe. Weil tatsächlich irgendwas vorgefallen ist. Vielleicht haben sie sich gestritten und sind schon gar nicht mehr zusammen. Und jetzt hat sie Angst, dass ich gleich wieder dazwischenfunke.“
Ann nickte. „Das wäre eine Möglichkeit. Die allerdings noch nicht erklärt, warum sie so abgeht und dann auch noch den Platz wechselt, aber du weißt ja – im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt …“
„Eifersucht ist immer das Motiv“, sinnierte nun auch Cat. „Aber warum? Ich will doch gar nichts von ihm.“
Ann warf ihr einen Blick zu, der ihr bedeutete, dass sie ihr nicht ein Wort glaubte. „Nee, ist klar!“
„Was? Ich …“
„Cat! Vergiss es! Du weißt genauso gut wie ich, dass Ric dich nicht mehr kalt lässt. Also hör verdammt noch mal auf, dir was vorzumachen!“ Damit war für sie die Diskussion beendet.
Nachdenklich nahm Cat den Apfel, der vor ihr auf dem Tablett lag, und ließ ihn von einer Hand in die andere wandern. Sie wusste, dass Ann recht hatte. Sie musste aufhören, sich etwas vorzumachen. Es war an der Zeit, Tacheles zu reden. Unruhig rutschte sie auf ihrem Platz hin und her. Unauffällig sah sie auf ihre Uhr. In zwei Minuten würde es klingeln. Cat fasste einen Entschluss.
„Ann, sag mal, kannst du mit Jodie nach Hause fahren?“
Ann sah sie aufmerksam an.
„Klar“, sagte sie. „Kein Problem.“ Cat nickte. Mit dem ersten Läuten stand sie auf und packte ihre Sachen zusammen.
„Sag einfach, mir ist schlecht geworden oder so, ja?“
„Ich lass mir was einfallen. Cat?“ Ann hielt sie am Arm zurück.
„Ja?“
„Pass auf dich auf!“
Cat drückte Ann einen Kuss auf die Wange und ging dann, nach einem kurzen Blick auf Dionne, in Richtung Haupteingang. Dionne war mit ihren neuen Freundinnen beschäftigt und beachtete sie nicht. Das passte gut. Schnell sah sie sich zu allen Seiten um. Es war auch kein Lehrer in Sicht, und so stahl sie sich durch die Eingangstür nach draußen. Sie hatte noch nie den Unterricht geschwänzt, und es kam ihr vor, wie ein kleines Abenteuer, dass sie sich jetzt heimlich davonschlich. Ihre Tante würde sie umbringen, wenn sie davon erfuhr. Aber das tut sie ja nicht.
Hastig schloss sie ihren Wagen auf, schmiss den Rucksack auf den Beifahrersitz und stieg ein. Dann gab sie Gas und fuhr in Richtung der 190.
Er hatte gesagt, er wohnte über ihr. Also musste sie die 190. raus aus Eastport. Und dann würde es sicherlich irgendwo einen Weg geben, der sie zu seinem Haus brachte. Denn wenn er über ihr wohnte, hieß das, dass er mitten im Wald wohnen musste.
Immer weiter führte die Straße aus Eastport heraus. Die Häuser wurden weniger, die Wälder dichter. Schließlich stand sie vor der Entscheidung, geradeaus zu fahren oder rechts in einen kleinen Waldweg abzubiegen. Sie entschied sich für den Waldweg.
Immer tiefer führte der Weg in den Wald hinein und nach der fünften Kurve stoppte sie den Chevy. „Wo, zum Teufel, soll hier ein Haus sein? Mist, ich glaub, ich habe mich doch total verfahren“, stöhnte sie auf. Auf der schmalen Straße konnte sie nicht umdrehen, daher fuhr sie wieder an. Irgendwann würde wohl eine Möglichkeit zum Wenden auftauchen. Gerade, sie war fast der Verzweiflung nahe, weil sie weiterhin auf der engen Straße bergauf fahren musste, bog sie um eine weitere Kurve und da sah sie es: Am Ende des Weges, auf einer Lichtung, umgeben von unzähligen großen Kiefern, stand ein kleines, altes Häuschen.
Ganz einsam stand es auf einer großen Wiese, die weiße Farbe, mit der es einmal gestrichen worden war, blätterte schon langsam ab und die Treppenstufen, die zur großen Veranda hoch führten, sahen alles andere als einladend aus. Cat erkannte, dass sich in der zweiten Stufe ein großes Loch im Holz befand und auch die anderen Vier renovierungsbedürftig aussahen. Allerdings lag ein kleines Stück weiter bereits ein Haufen hölzerner Latten. Wahrscheinlich waren die Renovierungsarbeiten bereits in vollem Gange. Oder zumindest in Erwägung gezogen worden.
Sie parkte den Wagen direkt hinter dem Unterstand, in dem kein Auto stand, und stellte den Motor ab. Aus ihrem Rucksack zog sie drei Aufgabenzettel, die sie heute als Hausaufgabe erhalten hatte, und stieg mit wackeligen Knien aus dem Wagen. Das war ihr Vorwand dafür, hier einfach unangemeldet aufzutauchen.
Sie beobachtete die Fenster, während sie näher ans Haus ging. Bewegte sich da was? Sah er sie vielleicht schon kommen? Oder war das sein Vater? Sie überstieg die kaputte Stufe und stand mit klopfendem Herzen vor seiner Tür. Sie hatte keine Ahnung, was sie ihm sagen wollte, aber die Zettel in der Hand reichten hoffentlich für ein erstes Alibi. Sie schluckte ihre Aufregung herunter, riss sich zusammen, atmete noch mal tief durch und klopfte. Eine Klingel gab es nicht.
Sie wartete, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Aufgeregt trat sie von einem Bein aufs andere. Aber nichts tat sich. Noch einmal klopfte sie an, diesmal etwas lauter. Und wieder wartete sie darauf, dass er ihr öffnete. Aber auch diesmal bewegte sich nichts.
Enttäuscht schaute Cat durch ein Fenster. Alles blieb dunkel. Keine Regung. „Komisch.“ Sie war unschlüssig, was sie jetzt tun sollte. Warten? Nein, wer weiß, wann er nach Hause kam. Vielleicht kam er erst am Abend zurück, oder womöglich gar nicht? Ein Anflug von Panik mischte sich in ihre Gedanken. Was wäre, wenn er abgehauen war? Wegen ihr? Wegen Dionne? Wegen allem?
„Bilde dir bloß nichts ein, Cat, warum sollte er deswegen abhauen? Warum sollte er überhaupt abhauen? Wahrscheinlich ist er nur einkaufen gegangen. Oder beim Arzt“, beruhigte sie sich selbst.
Sie besah sich noch mal die Aufgabenzettel, die eigentlich für sie selbst bestimmt waren. Kurz entschlossen tastete sie an ihrem Zopfgummi, mit dem sie ihre Haare hochgebunden hatte, nach einem Bleistift. Manchmal steckte sie gedankenverloren dort ihren Stift hinein, wenn sie zeichnete. Und glücklicherweise steckte auch jetzt ein Stift in ihrem Haar. Schnell schrieb sie eine kurze Notiz für Ric auf einen der Zettel, faltete sie zusammen und stopfte sie in den Briefkasten. Er sollte ruhig sehen, dass sie hier gewesen war. Sie konnte auch bei Ann abschreiben. Dann stellte sie das Fähnchen hoch: Sie haben Post!
Langsam verließ sie die Veranda, achtete dabei auf die kaputte Stufe und ging wieder zu ihrem Wagen.
„Dann muss ich wohl warten, bis du wieder auftauchst und dich hoffentlich bei mir meldest“, entschied sie und öffnete die Fahrertür. „Morgen wirst du ja vielleicht wieder da sein.“
Als sie den Motor startete und zurücksetzte, dachte sie an das unsichtbare Band, das sie verband. Und es machte ihr Angst, darüber nachzudenken, ob es jetzt vielleicht zerschnitten war.
„Tja, Cat. Es läuft nicht immer alles so, wie du es dir vorstellst. Totale Finsternis. Ein Meer von Gefühl und kein Land! Wie wahr, wie wahr.“ Vorsichtig fuhr sie den Weg, den sie gekommen war, wieder zurück.
Im Rückspiegel betrachtete sie das Haus, bis es immer kleiner wurde. Als es gar nicht mehr zu sehen war, stellte sie das Radio an und suchte nach einem Sender, der Musik spielte, die ihrer miesen Stimmung entsprach.

***

Die Sonne ging gerade auf und von seinem Platz aus im Shackford Head genoss er einen traumhaften Blick auf das Schauspiel.
Seit Montagmittag, seit drei Tagen um genau zu sein, war Ric schon nicht mehr in der Schule gewesen. Sein Vater sagte schon lange nichts mehr zu Rics Ausflügen. Er war der Meinung, sein Sohn wäre alt genug und sollte wissen, was er tat. Und er zeigte Verständnis dafür, denn es war weiß Gott nicht einfach, mit der Last eines Fluches aufzuwachsen. Daher ließ er ihn in Ruhe und wartete geduldig darauf, dass sein Sohn, wenn es nötig war, das Gespräch von selbst suchen würde. Er vertraute ihm und bisher hatte Ric sein Vertrauen auch noch nie ausgenutzt.
Aber Ric suchte diesmal nicht das Gespräch mit seinem Dad, sondern saß tief im Wald und dachte immer wieder über die Ereignisse der letzten Tage nach. Sein Kopf war leer, seine Gefühle schwankten zwischen Wut und totaler Depression. Dabei war er hierher gefahren, um einen klaren Kopf zu bekommen.
Nachdem er mit Dionne geschlafen hatte, hatte sich etwas verändert. Dionne hatte plötzlich Macht über ihn. Er konnte es sich nicht erklären, doch genauso wenig konnte er sich dagegen wehren. Er wollte schreien, wollte sich ihr entziehen, aber er brachte keinen Ton über die Lippen.
Die ganze Nacht war er bei ihr geblieben, den ganzen Sonntag hatten sie miteinander verbracht. Dionne schien das sehr glücklich zu machen. Was es mit ihm machte, wusste er nicht, aber Glück – das wusste er – fühlte sich anders an!
Am Montag dann hatte er einen kurzen Blick von Cat aufgefangen. Und dieser eine kurze Blick hatte genügt, um zu erkennen, was wirkliches Glück war! Doch Dionne ließ ihn nicht aus seinen Fängen. Und er war machtlos. Er war nicht mehr er selbst, wenn er mit ihr zusammen war. Er fühlte sich so von ihr angezogen wie der Pluspol von einem Minuspol. Nichts anderes war mehr wichtig, wenn er in ihrer Nähe war.
Und wenn sie ihn berührte – dann war er so gut wie willenlos gewesen.
Er war froh, dass Jayden ihm die Augen geöffnet hatte. Und dass er Dionne nun endlich los war. Er hoffte inständig, dass sie ihre Drohung nicht wahr machte und Cat von ihrer gemeinsamen Nacht erzählte, aber darum konnte er sich jetzt nicht kümmern. Erst musste er seine eigenen Gedanken ordnen.
Der Gedanke an Cat, die Erinnerung an den einen Blick, den sie ihm Montag in der Mittagspause quer über den ganzen Tisch zugeworfen hatte, das ausgesprochene Wort von Jayden, dass er Cat liebte und dass er Dionne gegenüber das Gleiche offen zugegeben hatte – das gab ihm für einen kurzen Moment das Glück zurück. Das Glück, nach dem er sich so sehr sehnte!
Als er nachts darauf allein in seinem Bett gelegen hatte, hatte die Sehnsucht nach diesem Gefühl so sehr überwogen, dass er es nicht mehr aushielt. Er stand auf, zog sich an, packte kurzerhand einige Sachen in seine Tasche und stieg in seinen Mustang. Als er die Auffahrt leise herunterrollte, fühlte er sich wie befreit, und je weiter er Eastport hinter sich ließ, umso leichter wurden die Fesseln, die Dionne ihm angelegt hatte.
Nun saß er also im Sonnenaufgang und war bereit, sich dem zu stellen, was um ihn herum passierte.
Er dachte an Cat.
Mit ihr hatte er gesprochen, sie hatte ihn verstanden, sie hatte ihm geglaubt, so wie auch er ihr geglaubt hatte. Zwei junge Menschen, beide durch eine Geschichte miteinander verbunden und der Last eines Fluchs hilflos ausgeliefert. Aber mit eben dieser Hilflosigkeit wollte Ric sich nicht abfinden. Er spürte tief in sich, dass sie beide zusammen etwas bewegen konnten. Sie waren füreinander bestimmt. Und sie waren dafür bestimmt, dem Fluch auf die Spur zu kommen. Aber dafür musste er mit ihr reden. Und er hoffte inständig, dass sie dazu auch bereit war!
Erschöpft vergrub er sein Gesicht in seinen Händen und saß lange Zeit regungslos da. Die Sonne baute allmählich ihre Kraft auf und er konnte die Wärme auf seinen Schultern spüren. Eine Wärme, die ihn an Cat erinnerte. Eine Wärme, wie er sie bisher nur bei ihr gespürt hatte.
„Ich kann nicht ewig hier sitzen und mich verkriechen. Ich muss mich der Herausforderung stellen – ein für alle Mal!“

Sofort, als er mit seinem Mustang auf die sandige Auffahrt fuhr, bemerkte er, dass etwas anders war. Ganz intensiv nahm er das Brennen seines Ringfingers wahr. Er schaute auf seine Hand und richtig – der Stein glühte auf. Cat war hier?
Ric hielt den Wagen an, riss die Tür auf und sprang heraus. Dann nahm er die Stufen zur Veranda mit einem Sprung. Im Postkasten lag etwas. Die Tür war verschlossen. Sein Vater war also nicht zu Hause, bemerkte er erleichtert. Auf Gesellschaft hatte er jetzt wenig Lust. Suchend sah er sich um. Außer seinem Mustang stand kein Auto da. Nein, Cat war nicht hier. Aber sie war hier gewesen, da war er sich ganz sicher. Er schloss die Tür auf, schmiss seinen Rucksack achtlos in die Ecke und öffnete die Klappe des Postkastens. Neben einiger Werbung fielen ihm auch Aufgabenzettel entgegen. Drei Stück an der Zahl. Mathe und Englisch. Das mussten Aufgaben sein, die er in den letzten Tagen verpasst hatte.
„Sie war hier, um mir meine Hausaufgaben zu bringen?“, staunte er. „Das glaube ich nicht.“ Dann stach ihm eine handschriftliche Notiz auf dem ersten Blatt ins Auge:

Ric! Wir müssen reden. Dringend! Ich warte auf unserer Lichtung auf dich. Jeden Abend bei Sonnenuntergang. Bis du kommst. Cat.

Mit den Zetteln in der Hand ließ er sich auf der obersten Treppenstufe nieder. Er hob den Kopf und besah sich den Stand der Sonne. Noch ungefähr eine Stunde bis Sonnenuntergang. Freudige Erregung machte sich in ihm breit. Er wusste nicht, wem er danken sollte, aber er dankte allen, die daran beteiligt waren, dass Cat bereit war, mit ihm zu reden!
Langsam erhob er sich wieder und ging ins Haus. Auf dem Küchentisch fand er auch noch eine Notiz seines Vaters:

Ric! Muss beruflich für ein paar Tage fort. Lass es dir gut gehen und tue nichts Unüberlegtes! Ich liebe Dich! Dad

„Woher du bloß immer weißt, wenn bei mir was im Argen liegt“, lachte Ric leise. „Aber ich verspreche dir, dass ich diesmal alles richtig mache!“ Dann zog Ric sich das verschwitzte T-Shirt über den Kopf und ging in Richtung Dusche. Er wollte zumindest gut riechen, wenn er Cat wiedertraf.
Quelle: Auszug aus dem Buch „Im Bann der Ringe“ von Andrea Bielfeldt mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

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