Was mich beschäftigt!!! #12

„Die Großstadt und der Kinderwagen“

WAS MICH BESCHÄFTIGT!
Ich habe jetzt schon eine Weile kein „Was mich beschäftigt!“ geschrieben, weil mich bis jetzt einfach nichts wirklich gestört hat. Jetzt muss ich mich aber doch mal wieder etwas auslassen. Vielleicht rege ich mich dann nicht mehr so viel auf und kann wieder etwas gelassener durch die Gegend gehen und muss mich nicht immer bei meinem Freunden ausheulen, wie nervig ich alles finde. Aber was ich jetzt meine, lest gerne nach dem „Weiterlesen“-Button weiter.

Wie ihr ja wisst, wurde ich vor kurzem Mutter und damit wurde mein Leben auf den Kopf gestellt. Kurz gesagt, es ist toll. Aber mein Zwerg ist auch ein super tolles Kind. Ich muss mit ihm aber auch immer mal wieder von A nach B gehen und das mache ich meistens in der Manduca (Tragesystem) und eher weniger mit dem Kinderwagen. Wie hatte eine Freundin mal gesagt, ich bin wohl eher eine Tragemutter. Ganz abschaffen kann ich den Kinderwagen leider nicht, da es immer mal wieder Anlässe gibt, in der ein Kinderwagen unumgänglich ist. Leider ist die Großstadt Hamburg für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer nicht besonders geeignet. Ich wusste dies schon etwas länger, aber wenn man selbst betroffen ist, merkt man erst, wie schlimm es tatsächlich ist. Ich persönlich finde das wirklich traurig.

Was stört mich jetzt besonders: Es gibt nicht überall Fahrstühle. Die Fahrstühle, die vorhanden sind, sind entweder sehr oft kaputt und so verdreckt, dass man die nicht benutzen möchte oder kann. Dazu sind die so klein und langsam, dass nur ein Kinderwagen hineinpasst und man ewig braucht am Bahnsteig anzukommen. Aber nicht nur die Gerätschaften in Hamburg sind eine kleine Katastrophe, sondern die Menschen sind auch nicht so viel besser. Sie lassen einem mit dem Kinderwagen nicht durch, machen im Bus keinen Platz, wollen immer unbedingt zuerst ein- und aussteigen – ohne Rücksicht zu nehmen – oder lassen einen einfach an einer Treppe stehen. Mich stört hier am Meisten, dass man sich mit dem Kinderwagen immer und überall durchkämpfen muss und keiner mal von sich aus Platz macht oder hilft. Man muss immer „betteln“.

Es gibt aber auch positives zu berichten. Es sind nicht alle so drauf, wie oben beschrieben. Es gibt auch Mitmenschen (vom aussehen her eher Ausländer), die sofort aufstehen oder helfen. Mir wurde auch schon freiwillig die Treppe herunter geholfen, als der Fahrstuhl mal wieder ausgefallen ist. Aber auch gestern in der Bahn (ich trug den Zwerg in der Manduca), sprang ein Mann sofort auf und ließ mich mit dem Zwerg sitzen. So etwas ist mir in der Schwangerschaft nur 3x passiert, was auch für Hamburg und deren Ignoranz spricht.

Was ist denn bitte schön so schwer daran, ein bisschen Rücksicht zu nehmen. Ein bisschen zu warten, wenn ein Kinderwagen ein- oder aussteigt und auch mal etwas Platz zu machen. Und es reicht nicht, einen halben Schritt zur Seite zu gehen. Der Kinderwagen kann dann immer noch nicht richtig stehen. Warum wird man denn auch so komisch angeschaut, wenn man mal sein „Recht“ einfordert und etwas Platz haben möchte? Muss man immer den Leuten in die Hacken fahren und sich vordrängeln, um in die Bahn, den Bus oder sonstiges einzusteigen? Ich wünschte, die Leute wären mal etwas aufmerksamer und zuvorkommender. Was ist denn daran so schwer?

Es gibt auch Ausnahmen von der Regel, was ja oft der Fall ist. Es ist nicht alles schlecht. Vielleicht werde ich mich jetzt einfach mal auf die positiven Momente berufen und nicht immer nur das Schlechte sehen. Es ist ja nicht alles schlecht in Hamburg, aber es könnte wirklich etwas öfter vorkommen und mit weniger „man fühlt sich schuldig, weil man ein Kind hat und anderen damit belästigt“.

Mel

Copyright liegt bei Melanie Döring. Zuwiderhandlung führt zu empfindlichen Strafen. Zur Nutzung einzelner Auszüge, fragen sie dies bitte an bei bookrecession@gmail.com an.

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14 Kommentare

Eingeordnet unter Was mich beschäftigt!

14 Antworten zu “Was mich beschäftigt!!! #12

  1. Hallo Mel,
    habe nur den Tweed gesehen und wusste schon ziemlich genau, was du in deinem Artikel geschrieben hast.
    Es ist wirklich meist ein Graus mit dem Kinderwagen unterwegs zu sein. Bei mir ist es ja jetzt schon fast 23 Jahre her, aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich mich oft aufgeregt habe. Das ist also kein typisches Problem in Hamburg, sondern überall. Besonders toll waren immer die, die einem sogar noch die Tür zugeworfen haben, wenn man gerade den Wagen durchschieben wollte. Nette gab es auch, das stimmt, sehr löblich. Sollte aber eigentlich eine gewisse Selbstverständlichkeit haben. Bald braucht ihr keinen Kinderwagen mehr (y).

    Liebe Grüße
    Sandra

    Gefällt 1 Person

  2. sophialone

    Meine eigene Kinderwagen – Zeit ist ja auch schon über 20 Jahre her. Sie fand damals in Berlin statt und da ich ein Auto hatte, musste ich mit dem Kinderwagen so gut wie nie die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen ,worüber ich auch sehr dankbar war und bin. Ansonsten hatte ich eigentlich keine schlechten Kinderwagen-Erfahrungen.
    Junge Muttis in meinem Bekanntenkreis berichten aber genau das gleiche wie du und dabei ist interessant dass auch sie den Eindruck haben, dass nicht deutsche Mitbürger wissentlich hilfsbereiter sind ,wenn es um Kinder geht. Ich könnte mir vorstellen, dass es in deren Kulturen einfach selbstverständlicher ist, Kinder zu haben, sie somit auch mehr zum Leben gehören und insbesondere die Mütter -zumindest in ihrer Rolle als Mutter, nicht unbedingt als Frau! – mehr Respekt erfahren.
    LG Iris

    Gefällt 3 Personen

    • Hey Iris,
      Ja, daran dachte ich auch schon. Also an deren Kultur. Es sollte aber auch bei uns keine Last sein, Mutter zu sein. Das hat meiner Meinung auch etwas mit Erziehung zu tun. Hauptsache ich zu erst. Das fiel mir schon vorher auf, also bevor ich ein Kind hatte.

      Mit dem Auto bin ich auch mal unterwegs, aber dann hab ich den Kinderwagen nicht mit. In Hamburg macht Autofahren auch nur bedingt Sinn. Dürfte in Berlin aber ähnlich sein. Ich bin aber auch nicht so die Auto Person. Wenn ich etwas mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, nutze ich die dann gerne. Für im Stau stehen, habe ich immer keine Geduld.
      Lg Mel

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  3. karin

    Hallo Mel,

    so bald du Mama mit Kinderwagen bist …hast du ein Problem …..denn du bist plötzlich ein „Hinterniss“ egal wo und wann. ….

    Und das ist ein Punkt, den man erst einmal schlucken muss….
    Unserer Bahnhof in meiner Kleinstadt hat zwar Abgänge für Kinderwägen , aber keine Aufgänge für Kinderwägen zum Gleis …also kenne ich noch ganz gut diese Bettelaktion ….

    Plötzlich haben junge/mitllere Männer es im Kreuz oder gehen einfach weiter ….usw. am Gleis das Gleiche…einziger Lichtblick der Schaffner, wenn es dann einen gibt oder die Bahnhofshelfer in der Großstadt.

    Aber ich glaube, dass gehört irgendwie auch dazu, weil man dann einfach wieder senibler wird für seine Mitmenschen……

    In diesem Sinne…..einen schönen Tag..LG..Karin..

    Gefällt 2 Personen

    • Hey Karin,
      Ich hab vorher schon immer den Müttern mit Kinderwagen geholfen. Ich muss nicht noch sensibler werden.

      So ein Problem, dass es keinen Fahrstuhl zum Bahnsteig gibt, existiert in Hamburg auch. Finde ich eine ziemlich dämliche Idee. Warum sollte ich denn nur zur Vorhalle wollen. Das macht doch gar keinen Sinn. Dadurch kann ich auch an den großen Bahnhöfen nicht von einer Bahn in eine andere Bahn umsteigen.

      Na ja, genug aufgeregt. Schön (oder eigentlich nicht schön), dass es dieses Problem nicht nur in. Großstädten gibt.
      Lg Mel

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  4. Ich erlebe das ganz genau sooo! Früher dachte ich auch immer „diese blöden Mütter, die einem mit dem Kinderwagen in die Hacken fahren, nerven“ Aber jetzt weiss ich, dass man als Mutter mit Kinderwagen oft keine andere Wahl hat. Und ich muss zugeben, dass ich dadurch wirklich eine rabiate Kinderwagenfahrerin geworden bin!

    Gefällt 1 Person

  5. Mit Kinderwagen habe ich es möglichst vermieden in die Stadt zu gehen. Bus fahren allein ist schon nervig. Man wird findig und wendig, wenn es darum geht, sich selbst die Tür aufhaltend den Wagen in ein Geschäft zu bugsieren. Das Problem mit dem Fahrstuhl (Kaufhäuser, Buchhandlung, Bücherei) kenne ich auch. Wie kommt man auf die Idee, sich vor den Kinderwagen reinzuschieben, wenn man laufen könnte? Ich war echt froh als wir erst auf Buggy umsteigen konnten und später das Purzelchen Strecken selbst laufen konnte.
    Mit den beiden Großen war es damals noch anstrengender, also mit zwei Kleinkindern. Vor allem Bus fahren war schlimm. So schnell konnte man gar nicht den Wagen parken und das ältere Kind auf einen Sitz setzen, da flog es schon durch den Gang. Oder der Bus senkt nicht ab – auch immer zuvorkommend, wenn man dann zu sehen muss, ob man Hilfe bekommt. Ach je, ich mag gar nicht mehr dran denken.

    Liebe Grüße,
    Mona

    Gefällt 1 Person

    • Hey Mona,
      Ich finde es schlimm, dass es überall so ist. Im Bus finde ich auch am schlimmsten. Und abgesenkt wird hier auch selten. Schön ist es auch, wenn der Bus so weit weg vom Kantstein parkt, das man mit dem Kinderwagen nicht raus kommt. Ich trage halt viel und werde es noch etwas mehr machen. Ich bin auch froh, wenn der Zwerg in den Buggi kann. Leider dauert es noch etwas. Wobei ich den Kinderwagen, wenn es blöd läuft, eh bald abschaffen muss, da er zu groß wird. Ich hab irgendwie ein riesigen Zwerg. kicher
      Lg Mel

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